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Messiaen im Görlitzer Kriegsgefangenenlager – Filmpremiere

Messiaen im Görlitzer Kriegsgefangenenlager – Filmpremiere

Eine polnisch-deutsche Filmpremiere open-air des Films „Vom Ende der Welt in Görlitz. Olivier Messiaen und sein „Quatuor pour la fin du temps“.

 

Am 15. Januar dieses Jahres jährte sich die Uraufführung des „Quartetts auf das Ende der Zeit“ von Olivier Messiaen zum 80. Mal. 1941 hatte er es mit seinen französischen Mitgefangenen  Henri Akoka, Etienne Pasquier und Jean Le Boulaire in Kriegsgefangenschaft im Stalag VIII A im damaligen Görlitz aufgeführt.

Zu diesem Anlass entstand eine arte-Dokumentation unter der Regie von Ute Feudel mit Pierre-Laurent Aimard (Klavier), Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Isabelle Faust (Violine) und Jörg Widmann (Klarinette) – eine Aufzeichnung des Quartetts, die von Interviews und historischen Kontexten umrahmt wird.

Im Rahmen des Projektes Messiaen im Görlitzer Kriegsgefangenenlager: Eine polnisch-deutsche Filmpremiere open-air“ wird die Dokumentation am 12.08.2021 im öffentlichen Raum aufgeführt. An diesem Tag sind um 20:00 und 21:00 und 22:00 Uhr drei aufeinanderfolgende Filmvorführungen in deutscher Sprache mit polnischen Untertiteln an der Görlitzer Peterskirche, vor dem Waidhaus geplant, zu denen wir Sie, gemeinsam mit unserem Projektpartner, der Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur, sehr herzlich einladen. 

In folgenden Worten beschreibt der Arte-Sender seine Produktion:

„Nicht immer können sich Komponisten die Orte ihrer Kreativität aussuchen, mitunter werden diese von den Zeitläuften erzwungen. So geschah es auch beim „Quartett für das Ende der Zeit“ von Olivier Messiaen. Der Franzose komponierte das Werk, nachdem er im Sommer 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war. Seine Kompanie wurde zunächst in der Nähe von Nancy festgesetzt, kam aber kurz darauf nach Görlitz ins Stammlager VIII A, dessen Gelände sich heute am Stadtrand des polnischen Zgorzelec befindet. Am 15. Januar 1941 war es so weit. In der Theaterbaracke erklang das „Quatuor“ zum ersten Mal. „Niemals wieder wurde mit solcher Aufmerksamkeit und solchem Verständnis zugehört“, erinnerte sich Messiaen später. Der Uraufführung wohnten etwa 400 Zuhörer bei. Hungernde, frierende Menschen, fern ihrer Heimat – im schlesischen Niemandsland fasziniert von dieser so sonderbaren, kristallinen, transzendenten Musik.

Der Titel des Werks bezieht sich auf die Offenbarung des Johannes, in der es heißt: Es soll hinfort keine Zeit mehr sein, … wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes.

(…) Sowohl in Deutschland als auch in Polen, Frankreich und darüber hinaus in der gesamten Musikwelt steht Olivier Messiaen mit seinem Werk für einen Humanismus, der an die Schrecken der Vergangenheit gemahnt und für die Zukunft gewahrt werden sollte“.

 

Die Veranstaltung findet unter Berücksichtigung der aktuellen Hygiene- und Abstandsvorgaben statt.

Adresse: Bei der Peterskirche 8, 02826 Görlitz

Bilder der Veranstaltung

  

                 

Das Projekt Messiaen im Görlitzer Kriegsgefangenenlager: Eine polnisch-deutsche Filmpremiere open-air“ wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kleinprojektfonds INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020 mitfinanziert.

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